28 September 2008

fly a kite

Drachensteigen lassen, das ist hier Volkssport. Zumindest für die Kinder. Dabei geht es darum, daß man die Schnur AAA BBBB CCCCC DDDDD EEEEEE, FFFFFFF eines anderen Drachen einfach durch Reibung durchschneidet. Die Schnüre sind mit kleinen Glassplittern beschichtet. Und genauso wie die Schnur die Hände aufschneidet, zerschneidet sie auch andere Schnüre. Macht eines riesen Spaß! Zwei meiner Drachen wurden zwar grad vom Himmel geholt. Aber ich habe mir auch einen geholt, es steht 1:2. To be continued..

Herat Kabul Kinder Burka

Wie ich schon mal erwähnte, mir ist die große Anzahl von Kindern aufgefallen. Viele spielen auf der Straße. Ab und zu gibt es lautes Gebrüll, als ob man auf sie schießen würde. Übrigens wird hier tatsächlich viel geschossen. Immer wieder sind vereinzelte Schüsse in der Nachbarschaft zu hören. Der Grund für die Schüsse bzw. worauf sie gerichtet sind, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.

Heute ist in der Uni früher Schluss gewesen als sonst. Jetzt, vielleicht auch erst morgen beginnt für die Hausgemeinschaft eine Zeit des Aufeinandergluckens wegen Eids. Möglicherweise würde sich ein Freizeitprogramm anbieten. Die Vorschläge erstrecken sich von Tischtennisturnier, Skatturnier, Doppelkopf, Filmabende... Vielmehr wird zur jetzigen Sicherheitslage auch nicht möglich sein. Momentan bekommt man nur dann einen Eindruck von der Stadt, wenn man Abdullah (unser Fahrer und City-, Kultur- und Landesguide) beim Einkaufen begleitet. Er erzählte z.B., daß er die Schwestern seines besten Freundes bis jetzt noch nie gesehen hat. Auch haben Ehefrauen und auch die Schwestern zwar Namen, aber sie werden nur innerhalb des Hauses "benutzt". Das ist allerdings ein traditionelles Thema und kein religiöses. Auch die Bedeckung aller Körperteile der Frau, außer Hände, Füße und manchmal des Gesichts sind Tradition und werden von der Religion nur bedingt vorgeschrieben.

In Herat fiel mir auf, daß im Gegensatz zu Kabul wesentlich öfter die Burka getragen wird. In der Uni ist das sowieso eine ganz andere Sache, dort ist die Burka sogar verboten. Herat hat im Unterschied zu Kabul viele (ca. 90%) Einwohner, die auch schon ihr ganzes Leben lang hier wohnen. Kabul ist eher der "melting pot" Afghanistans. Dort gibt es etwa 90% neu Hinzugezogene. Die Stadt Kabul ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Zu Zeiten der sowjetischen Invasion betrug die Einwohnerzahl um die 300.000. Heute ist Kabul eine Millionenstadt. Neue Häuser können jetzt nur noch an den steilen Berghängen gebaut werden. Man kann sich bei der lokalen Bauweise vorstellen, wie sicher man dort wohnt. Zumal es hier auch Erdbeben gibt. Durch die Vermischung der unterschiedlichen Traditionen, verschwand die Burka mehr oder weniger aus dem Stadtbild. Alternativ werden übrigens Stoffe getragen, die sehr schön aussehen. Oft schwarze, dünne Tücher mit schönen Mustern.

UPDATE: Ja, es wird hier auch geschossen, aber wohl seltener, jedenfalls nicht so oft wies es knallt. Der Grund für das Geknalle liegt laut Abdulla an folgendem: Die "Kids are playing with dynamite". Er meinte damit wohl hoffentlich so eine Art Böller.

26 September 2008

our house

Das Haus, in dem wir leben hat 2 Etagen, in der dritten Etage geht es nur noch auf die Dachterrasse. Fotos, die ich von da oben geschossen habe findet man hier. Das ganze Gelände ist mit einer hohen Mauer eingefasst, aber da sind wir ja nicht sie einzigen. Im Hof steht das Auto auf der rechten Seite, auf der linken geht man rein. Die Schuhe bleiben vor der Tür. AAAAA BBB CCCCC DDDDDDD EE FFFF GGGG. Wir haben eine Küche mit einem riesigen Gasherd, ohne großen Gasdruck... Normalerweise kocht Powin für uns, allerdings sind die Dinge alle etwas anders zum Ende des Ramadan. Das Fastenendefest Eid steht bevor. Viele Vorbereitungen sind zu treffen. Und sobald "hilal", die Neumondsichel zu sehen ist, gehts los. Es wird damit gerechnet, daß der Neumond in der Nacht zum Dienstag zu sehen sein wird. Dann ist die Uni leer und wir haben 3 Tage Urlaub und dazu noch den Freitag, der ist ja sowieso frei. Naja, Urlaub, es gibt trotzdem immer genug zu tun.
Morgen und übermorgen, d.h. am dt. Wochenende, wird in der Uni eine kleine Ausstellung über "islamic architecture" stattfinden.


Der Eingang, mit Fliegengitter und Schuhe vorm Haus


Nach dem Reinkommen, rechts, nicht mehr auf dem Foto, steht der Kühlschrank. Vorne die Tische für die Mahlzeiten, hinten links Küche. Nach rechts gehen 2 Zimmer weg, an der hinteren Wand rechts zur Terrasse, links Zimmer. Auf der linken Seite gehts ins Treppenhaus, Dusche (Waschküche) und in mein Zimmer.


Für die Mahlzeiten.






Mein Zimmer. Klein, aber ausreichend. Großes Bett mit Nachtschränkchen und mittlerweile mit Nachttischlampe.


Zimmer in der belle etage.